Anita Ossinger

Ossinger

Liebe Besucher dieser Seite,

an dieser Stelle möchte ich mich kurz vorstellen:

mein Name ist Anita Ossinger, ich bin 52 Jahre alt, geboren und aufgewachsen  in der West-Steiermark in der Gemeinde Eibiswald.

Sicher habt ihr aus den Medien von den Missbrauchsfällen, die vermehrt in Österreich und Deutschland aufgedeckt wurden, Kenntnis erhalten.

 

Auch ich bin ein Missbrauchsopfer und zwar wurde ich als 11 jähriges Mädchen von einem Lehrer der Volksschule sexuell missbraucht und schließlich geschwängert.

Um den Skandal zu vertuschen verschleppte man mich ins Ausland und versteckte mich dort bis kurz vor der Niederkunft in einem abgelegenen Bauernhof.

Natürlich flog die Sache auf und die Presse aus dem In- und Ausland stürzte sich auf mich als die damals " jüngste Mutter Österreichs."

Der Lehrer wurde verhaftet und kam schließlich vor den Richter und Staatsanwalt.

Anfangs sahen die Gesetzeshüter die Sache als Schwerverbrechen an und drohten mit schwerem Kerker, letztendlich  bekam der pädophile Pädagoge lediglich eine bedingte Haftstrafe und erhielt sogar die Erlaubnis, mich, das von Ihm missbrauchte Kind, auch noch zu heiraten. Die katholische Kirche in Österreich segnete diesen Missbrauch ab und nötigte mich, das 14 jährige Kind, zu dem Gelöbnis: "bis dass der Tod Euch scheidet !"

 

Nur von seinem Beruf als Lehrer wurde er vorübergehend suspendiert, später aber  zum Schuldirektor befördert um dann als solcher in den Vorruhestand zu gehen.

 

Meine Eltern und auch mein Peiniger trichterten mir immer wieder ein, wenn ich aufbegehren sollte,würde ich alleine ohne Geld und ohne Beruf dastehen, niemand würde mir dann helfen. Derart eingeschüchtert lebte ich

jahrzehntelang als unterdrücktes Schattenwesen in einer inneren Finsternis.

 

Trotzdem spürte ich immer wieder eine Kraft in mir, eine Stimme die sagte:

" Du kommst irgendwann da raus, das dauert nicht ewig."

 

Ein zaghaftes Hoffen keimt auf, als ich im Kindergarten des SOS-Kinderdorfes in Seekirchen a. Wallersee eine Stellung als Helferin antreten durfte. Mein erstes eigenes Geld, nur ein paar Schillinge zwar, aber es machte mich unbeschreiblich frei. Nicht mehr betteln müssen um jede kleine Selbstverständlichkeit.

Mein Glück war leider nur von kurzer Dauer. Ich wurde eingespart, ein Schicksal, dass viele Frauen ohne Berufsausbildung ereilt.

Ein weiterer Versuch, wenigstens stundenweise in einer Krabbel-Stube arbeiten zu dürfen, schlug fehl.

Mein Peiniger frohlockte. Jetzt konnte er wieder seine Macht ausüben, den Daumen draufhalten. Der tägliche Einkauf für Lebensmittel war schon ein Problem, ließ ihn darüber nachdenken: " warst Du auch schön lieb zu mir?"

 

Da wurde mir klar, ich schaffe es nicht mehr, ich will und ich kann auch nicht mehr. Der Gedanke, mein Leben zu beenden war sehr nahe.

 

Mit dem Auto fuhr ich an den Mondsee, ich wollte mit mir alleine sein, meine Gedanken meinem Tagebuch anvertrauen . In dieser Verfassung begegnete mir ein Mensch, der wohl meine innere Pein und Zerrissenheit spürte. Er brachte mich dazu, über mein Schicksal zu reden. Und er hörte mir zu - stundenlang...

 

Über meinen jahrzehntelangen Leidensweg bis zum zaghaften Start in ein eigenständiges freies Leben habe ich eine Autobiografie verfasst die als Buch: „ Sei lieb zu Berndi “  im Eigenverlag erschienen ist.

Das österreichische Fernsehen hat in der Sendung „Thema“ am 09.02.2009 einen Bericht darüber gesendet.

Es folgten Einladungen auf die Frankfurter- und die Leipziger Buchmesse.

 

Meine Mission sehe ich darin, mit meinem Buch und meinen öffentlichen Lesungen immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass wir: „die Gesellschaft“ gefordert sind, stets wachsam zu sein und die Augen offen zu halten und bei  berechtigtem Verdacht Anzeige zu erstatten. Denn die Gefahr für unsere Kinder lauert in der nächsten Umgebung und nicht irgendwo.

 

" Wer das Schweigen bricht, bricht die Macht der Täter! "

 

Über Ihren Besuch auf meiner Homepage: http://www.anita-ossinger.at würde ich mich sehr freuen,

 

herzlichst Ihre

 

Anita Ossinger