Jeannette Röder

Roeder

 

Ich wurde am 28.12.1950 in Niedersachsen geboren, habe eine ältere Schwester und verlebte eine sehr schöne, ausgeglichene Kindheit.

Meine Erziehung zielte schon dahin, dass man als Frau eine gute Ausbildung haben sollte, um ggf. sein Leben alleine in die Hand nehmen zu können. Auch als Frau sollte man keinen Grund haben, sich „unterordnen" zu müssen und Entscheidungen für sich in jeder Lebenslage selbst treffen zu können.

Ich studierte nach dem Abitur Sprachen, Französisch und Spanisch, fand meine erste Arbeitsstelle in Montreal/Kanada. Dort wurde ich allerdings ziemlich übel „über den Tisch gezogen", denn die deutsche Firma, die mich dort hingeschickt hatte, hatte verschwiegen, dass sie für mich keine Arbeitserlaubnis hatte. Es fanden regelmäßig Überprüfungen durch Behörden statt und ich wusste bald, warum man mich immer aus dem Büro entfernte, wenn ein Prüfer kam.

Nun gut, die Sache hatte viele schlimme Auswirkungen, von Ausweisung, Arbeitsgerichtsprozess, finanziellen Nachteilen usw.

Ich war nach 6 Monaten zurück in Deutschland und wusste, dass ich für „alle Chefs dieser Welt verdorben war".

Ohne meine Eltern hätte ich wohl etwas verloren dagestanden aber wir gingen gestärkt aus dieser ganzen Affäre auf Arbeitssuche.

Ich entschied mich für „die Luft", d.h., ich arbeitete die nächsten 8 Jahre bei der DLH als

Stewardesse, ohne direkten Chef, auf jedem Flug eine/n neue/n Vorgesetzte/n. Das war kein

Problem, denn wenn wirklich ein Unsympath dabei war, war er schon wieder weg, bevor es dramatisch werden konnte.

Damals war man mit 40 schon nicht mehr attraktiv und leistungsfähig bei der Fliegerei, d.h. die fliegerische Karriere endete da. Deshalb nutzte ich eine Voroption mit 32 Jahren und schied mit einer Abfindung aus.

Ich lernte meinen Mann kennen mit 25 Jahren und bekam dann mit 32 Jahren meinen ersten Sohn. Baute mir dann, als Selbständige mit früheren Studienfreunden einen Textilgroßhandel auf. Zunächst fuhr ich von Boutique zu Boutique und größeren Modehäusern, bis das Geschäft so wuchs, dass ich mich im Baden-Württembergischen Modezentrum einmietete und

dann sehr erfolgreich expandierte. Wir entwarfen unsere Strickmodelle mit Unterstützung eines kleinen Designerteams in Istanbul selbst und hatten arbeitsintensive aber auch schöne Zeiten.

Mein Mann, den ich durch die ganze Studienzeit begleitet hatte, fing an, selbst als Angestellter Karriere zu machen, wir bauten unser Traumhaus und, wir waren gerade fertig, da wurde ich wieder schwanger und brachte mit 44 Jahren meinen 2. Sohn, Julian, zur Welt.

Die wirtschaftliche Situation, der schleichende Rückgang meines Textilhandels und die große finanzielle Belastung unseres Hauses, die „späte" Geburt, alles zehrte etwas an meinen Kräften. Aber, wie heißt es so schön: „Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker", -

Ich kämpfte weiter und merkte nicht, dass der strapaziöse Job meines Mannes nicht nur an ihm nagte, sondern auch an unserer Partnerschaft.

Karriere ist schön, aber zu welchem Preis? Allerdings, wenn man Mal in dem Hamsterrad drin ist, kommt man nicht so einfach wieder raus. Dachte ich damals.

Ich musste mich Job mäßig 2005 neu orientieren, denn außer saftigen Fixkosten, blieb nicht viel über.

Ich fuhr wieder zu Kunden raus, schleppte meine Ware rein und raus, hörte mir das „Klagen und Jammern" der gebeutelten Textiler an. Um die Fixkosten im Großhandel reinzuholen, musste ich doppelt so viel wie früher tun, mit einem schmalen Ergebnis.

Alles fiel mir jedoch körperlich schwerer ( ich war doch etwas älter geworden ) und ich wusste, es muss sich was ändern.

Ich schloss meine Geschäftsräume Ende 2005 und experimentierte mit diesem und jenem.

Ich war etwas schmal geworden, gestresst, müde und - orientierungslos. Meine Ehe lief fast gar nicht mehr, der gewohnte Erfolg, der stark macht, fehlte mir sehr.

Das zehrt etwas am Selbstbewusstsein und macht nicht gerade attraktiv!

„Doch wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommt von irgendwo ein Anruf her!"

Der kam von einer Freundin, die mir eine grandiose Geschäftsmöglichkeit vorstellte und ab Dezember 2006 ging meine „Lebenskurve" wieder nach oben. Allerdings ging die Trennung von meinem Mann dann zeitgleich vonstatten.

Ein neuer Lebensabschnitt hatte begonnen, ich beschäftigte mich sehr viel mit mir selbst, analysierte, was ich eigentlich für Ziele habe, wo ich eigentlich für den neuen Lebensabschnitt hin möchte.

Ich habe mir zum Jahreswechsel 2008/09 eine Seminarreise nach Hawaii gegönnt (mein neues Geschäft entwickelt sich hervorragend) und dort viel über mich und die Menschen gelernt, besonders aber über uns Frauen.

Auch wenn wir glauben, nur Stärke zählt, seine Schwächen erkennen, ist wahre Stärke. Das heißt, erfolgreich werden wir, wenn wir auch unsere Schwächen zulassen und sie benutzen, stark zu werden.

"I'm on my way, to a phantastic future!"

Aber die Gegenwart ist auch so spannend; ich fühle mich wieder jung, schön, geliebt und bewundert. Und ich weiß, ALLES WIRD GUT!

Ich freue mich, Dich mit Deinen großen „Online-Träumen" gefunden zu haben (bei den 50plus) und hoffe, dass hier eine ganz große Community entsteht.

www.antifaltencode.gpnworld.com

www.my-wellnesslounge.de